Nachhaltig Leben - Warum?
Ich bin Anja, Food Fotografin für nachhaltige Food Brands, spezialisiert auf vegane Produkte und Rezepte.
Aber warum ausgerechnet nachhaltige Food Brands? Warum mir Nachhaltigkeit so wichtig ist, erfährst du in diesem Beitrag!
Was ist „Nachhaltigkeit“ überhaupt?
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wo nach dem Prinzip gehandelt wurde, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als nachwachsen kann.
Bei einem nachhaltigen Lifestyle geht es also darum, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als nachwachsen können, damit wir dauerhaft auf unserem Planeten leben können.
Der Begriff Nachhaltigkeit umfasst heute also noch einiges mehr:
Es geht darum, so zu leben, dass wir nicht mehr Rohstoffe verbrauchen, als die Natur regenerieren kann, Verschwendung zu vermeiden, Ressourcen effizient zu nutzen und umweltfreundliche, natürliche statt chemischer Produkte zu verwenden.
Man denkt bei Nachhaltigkeit oft direkt an den Klimaschutz, was auch vollkommen richtig ist, aber es stehen auch Fairness und soziale Gerechtigkeit im Fokus.
Es wird Zeit!
Die Folgen unserer Lebensweise sind nicht mehr zu übersehen: Extreme Wetterphänomene, Überflutungen, Hitzewellen, verschmutze Ozeane, Mikroplastik in Lebensmitteln und große soziale Ungerechtigkeit. Das liegt nicht mehr in der Zukunft, das ist jetzt schon Realität!
Unsere Erde bietet uns wertvolle Ressourcen, die wir zum Überleben benötigen. Leider haben wir uns schnell an ein Leben im „Überfluss“ gewöhnt und gehen zu selbstverständlich und verschwenderisch mit diesen Ressourcen um, so dass sie sich nicht vollständig erneuern können.
Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem wir Menschen alle natürlichen Ressourcen verbraucht haben, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Ab diesem Tag leben wir also “auf Kredit”. Und dieser Tag rückt jedes Jahr ein Stück nach vorne… 2024 war es der 2. August, also ganze 5 Monate zu früh.
Das Beste wäre natürlich, wenn die großen Unternehmen und unsere Politiker*innen das Thema Nachhaltigkeit und den Klimawandel endlich ernst nehmen und endlich handeln würden… Aber auch wir als einzelne Personen können gemeinsam viel bewegen! Das Gute ist: Immer mehr Menschen machen mit, denken um und setzen sich für nachhaltige Lösungen ein.
Die Ziele eines nachhaltigen Lebensstils:
Wir tragen die Verantwortung für die Welt, die wir nachfolgenden Generationen hinterlassen. Ein nachhaltiger Lebensstil hilft dabei, Ressourcen wie Wasser, Energie und Rohstoffe zu schonen. Die Hauptziele eines nachhaltigen Lebensstils sind:
- Klimawandel bremsen: Den Klimawandel spürt mittlerweile jede*r. Es wird immer extremer, heißer, stürmischer. Wenn wir bewusster handeln – z. B. weniger Energie verschwenden oder weniger tierische Lebensmittel essen – können wir das Ganze ein bisschen bremsen.
- Ressourcen schützen: Viele Dinge wie Wasser, Boden oder Öl sind begrenzt. Die Produktion von Fleisch und tierischen Lebensmittel verbraucht ein Vielfaches an Landfläche und Wasser im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln. Aber auch andere kleine Veränderungen im Alltag wie z. B. beim Duschen das Wasser abzustellen, solange man sich einseift oder Second-Hand Kleidung zu kaufen, anstatt Fast-Fashion, machen einen Unterschied.
- Lebensräume erhalten: Durch unser rücksichtsloses konsumieren, verlieren Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Mit nachhaltigen Entscheidungen können wir die Vielfalt auf unserem Planeten bewahren. Versuche z.B. auf Plastik und Palmöl zu verzichten, um Regenwälder und Ozeane zu schützen.
- Soziale Gerechtigkeit fördern: Viele unserer Konsumentscheidungen haben Auswirkungen auf andere Menschen weltweit. Menschen in Entwicklungsländern arbeiten oft unter schlimmsten Bedingungen für unsere Fast-Buy Produkte und die Klimaveränderungen treffen oft die Länder am stärksten, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben.
- Gesundheit schützen: Auch für unsere Gesundheit ist eine nachhaltige Lebensweise gut. Indem wir auf weniger Chemie im Alltag und gesunde, frische Lebensmittel setzen schützen wir unsere Gesundheit.
Soziale Gerechtigkeit und Fairness
Auch Fairness und soziale Gerechtigkeit stehen im Fokus der Nachhaltigkeit. Viele unserer Kaufentscheidungen haben Auswirkungen auf andere Menschen weltweit. So tragen beispielsweise billige Produkte oft einen hohen Preis – nur nicht für uns:
- Menschen in Entwicklungsländern arbeiten oft unter schlimmsten, unfairen Bedingungen, um unsere Kleidung, Lebensmittel oder Elektronik herzustellen.
- Der Abbau von Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt für Batterien geschieht häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen.
- Klimaveränderungen treffen meist die Länder am stärksten, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben und die Menschen dort haben oft die geringsten Mittel um sich zu schützen.
Tipps zur Umsetzung im Alltag
Lass dich nicht vom Thema “Nachhaltigkeit” erdrücken, denk daran: Es sind die kleinen Schritte, die zählen und du musst nicht direkt alles perfekt machen! Hier ein paar Ideen zur Umsetzung im Alltag:
- Essen: Kaufe regionale, saisonale Lebensmitteln um Transportwege & Energie zu sparen und lokale Landwirte zu unterstützen. Versuche möglichst auf pflanzliche Lebensmittel zu setzen und tierische Produkte zu reduzieren. Du wirst sehen wie gut eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln tut! Verbrauche deine Lebensmittel vollständig und rechtzeitig, damit sie nicht im Müll landen. Nimm auch gerne deine eigene Verpackung mit ins Restaurant um Reste einzupacken.
- Kaufen: Frag dich beim Shopping: Brauch ich das wirklich? Bei Kleidung, Möbeln, Deko & Co. ist Second-Hand oft genauso gut wie neu! Achte bei Reinigern und Kosmetikartikeln auf natürliche, umweltfreundliche Produkte, anstatt chemischer, um die Umwelt und deine eigene Gesundheit zu schonen.
- Unterwegs: Fahr mehr Rad, geh zu Fuß oder nutze öffentliche Verkehrsmittel um CO2 zu sparen und fit zu bleiben.
- Strom sparen: Auch der Standby Modus verbraucht eine Menge Strom, schalte Geräte und Lampen, die du gerade nicht nutzt, am besten einfach aus. Prüfe auch deinen Stromvertrag – Anbieter für erneuerbare Energien sind oft preisgleich oder sogar günstiger.
- Erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Windkraft sind sauberer, klimafreundlicher und unerschöpflich. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdöl, bei deren Verbrennung eine Menge CO2 entsteht und die sich in menschlichen Zeiträumen nicht regenerieren können.
- Müll vermeiden: Kaufe in Unverpackt-Läden, auf dem heimischen Wochenmarkt und setze auf Mehrweg statt Einweg. Auch beim Restaurantbesuch kannst du deine To-Go-Gerichte oft in Mehrwegdosen mitnehmen oder du bringst deine eigene Schale für Reste mit.
Als positives Beispiel voran gehen
Unsere Entscheidungen beeinflussen auch unser Umfeld. Indem wir nachhaltig leben, können wir andere inspirieren, mitzumachen. Durch bewusste Kaufentscheidungen, das Teilen von Wissen oder die Unterstützung nachhaltiger Projekte – jede noch so kleine Handlung kann eine große Wirkung haben, wenn sie andere motiviert, ebenfalls aktiv zu werden.
Fazit
Das Thema “Nachhaltigkeit” wirkt zuerst groß und überwältigend, aber eigentlich ist es ganz einfach: Es geht darum, dass wir unsere Welt ein bisschen besser behandeln – für uns, für die Tiere und für nachfolgende Generationen.
Ein nachhaltiger Lebensstil bedeutet, sich für fair produzierte Produkte zu entscheiden, Unternehmen zu unterstützen, die menschenwürdige Arbeitsbedingungen schaffen und Ressourcen gerecht zu nutzen. Indem wir bewusster konsumieren, tragen wir dazu bei, die Lebensgrundlagen und Rechte aller Menschen zu schützen.
Es liegt an uns, kleine Schritte in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen und so einen großen Unterschied zu machen. Jeder von uns kann etwas beitragen – und zusammen können wir viel bewegen.